Das Tumorlyse‑Syndrom (TLS) entsteht, wenn bei einer Krebstherapie viele Tumorzellen auf einmal sterben. Die freigesetzten Stoffe belasten Nieren, Herz und Stoffwechsel. Wenn Sie bald mit einer intensiven Chemotherapie starten, sollten Sie die Risiken kennen – ein kurzer Überblick hilft.
Bei schnell wachsenden Tumoren, z. B. bei Leukämien oder Lymphomen, können Chemotherapeutika große Zellmengen zerstören. Dabei werden Kalium, Phosphat, Harnsäure und andere Zellbestandteile ins Blut abgegeben. Diese Substanzen können das Blut säuern, die Nieren überlasten und Herzrhythmusstörungen auslösen.
Frühe Symptome zeigen sich oft innerhalb von 24 Stunden nach der Behandlung. Zu den häufigsten gehören: starkes Erbrechen, Durchfall, Muskelschwäche, Herzklopfen und plötzlich auftretende Nierenprobleme (z. B. wenig Urin). Wenn Sie solche Anzeichen bemerken, sofort den Arzt informieren.
Ein weiteres wichtiges Signal ist ein sprunghafter Anstieg von Laborwerten: hoher Kalium‑Spiegel (Hyperkaliämie), erhöhter Phosphat und stark erhöhte Harnsäure. Laborwerte werden in der Regel engmaschig kontrolliert, weil sie schnell gefährlich werden können.
Die Gefahr ist nicht nur bei der ersten Therapie hoch. Auch bei einer erneuten Behandlung oder einer Dosisanpassung kann TLS auftreten. Deshalb prüfen Ärzte vor jeder Infusion das Risiko anhand von Tumorgröße, Wachstumsgeschwindigkeit und vorhandenen Nierenwerten.
Zur Vorbeugung setzen Onkologen oft Medikamente ein, die die Harnsäure im Blut binden (Allopurinol oder Rasburicase). Zusätzlich wird die Flüssigkeitszufuhr erhöht – meist über Infusionen – um die Nieren zu spülen und die Elektrolyte zu verdünnen.
Falls das Syndrom trotz Prophylaxe eintritt, erfolgt die Behandlung sofort. Ziel ist, den Elektrolyt‑ und Säure‑Haushalt zu stabilisieren. Kalium‑ und Phosphat‑Bindemittel werden verabreicht, die Nierenfunktion wird unterstützt, und bei Bedarf erfolgt eine Dialyse.
Ein wichtiger Tipp für Betroffene: Achten Sie auf ausreichende Flüssigkeitsaufnahme, wenn Ihr Arzt es erlaubt. Vermeiden Sie salzhaltige Getränke und halten Sie die Nieren‑Schutz‑Medikamente regelmäßig ein. Kleine Änderungen im Alltag können die Gefahr deutlich senken.
Zusammengefasst: Das Tumorlyse‑Syndrom ist selten, aber bei bestimmten Tumoren ernst. Durch enge Labor‑Kontrollen, rechtzeitige Prophylaxe und schnelle Reaktion bei ersten Symptomen lässt sich das Risiko stark reduzieren. Sprechen Sie offen mit Ihrem Ärzteteam – so sind Sie bestens vorbereitet.
In meinem letzten Blogbeitrag habe ich über die Rolle von Allopurinol bei der Behandlung des Tumorlyse-Syndroms gesprochen. Wie wir wissen, ist das Tumorlyse-Syndrom eine ernsthafte Komplikation, die bei Krebspatienten auftreten kann. Allopurinol ist ein Medikament, das die Bildung von Harnsäure reduziert und somit das Risiko von Nierenversagen und anderen schwerwiegenden Komplikationen verringert. In vielen Fällen wird Allopurinol prophylaktisch eingesetzt, um das Tumorlyse-Syndrom bei Patienten zu verhindern, die eine Chemotherapie oder Strahlentherapie erhalten. Zusammenfassend ist Allopurinol ein wichtiges Medikament zur Vorbeugung und Behandlung des Tumorlyse-Syndroms und trägt dazu bei, das Leben von Krebspatienten zu verbessern.